Auf Magen und Darm achten

Aus Stu­di­en ist bekannt, dass vie­le Par­kin­son-Pati­en­ten unter Pro­ble­men mit dem Ver­dau­ungs­trakt lei­den. Doch nicht immer ist den Betrof­fe­nen auch klar, dass Schluck­stö­run­gen, Ver­stop­fung oder erhöh­ter Spei­chel­fluss mit der Par­kin­son-Erkran­kung in Zusam­men­hang ste­hen. Dies zeigt eine Umfra­ge unter Pati­en­ten und Ange­hö­ri­gen.

Ganz all­ge­mein nach Beschwer­den mit Magen oder Darm befragt, gaben dabei knapp 36 Pro­zent der befrag­ten Pati­en­ten eine posi­ti­ve Ant­wort. Frag­ten die Ärz­te jedoch ganz kon­kret nach bestimm­ten Sym­pto­men wie Sod­bren­nen, Schluck­be­schwer­den oder Magen­schmer­zen, stieg der Anteil Betrof­fe­ner sprung­haft auf mehr als 80 Pro­zent. Mit ihrem Arzt über ent­spre­chen­de Pro­ble­me gespro­chen hat­ten nach eige­nen Anga­ben aber nur knapp 50 Pro­zent der Befrag­ten. Erstaun­lich war auch die unter­schied­li­che Wahr­neh­mung der Beschwer­den durch Pati­en­ten und Ange­hö­ri­ge: So gab bei­spiels­wei­se fast ein Drit­tel der Ange­hö­ri­gen­grup­pe an, der Par­kin­son- Pati­ent habe in den ver­gan­ge­nen Jah­ren an Gewicht ver­lo­ren, wäh­rend dies in der Pati­en­ten­grup­pe nur zwölf Pro­zent der Betrof­fe­nen selbst auf­ge­fal­len war.
Aus die­sen Ergeb­nis­sen schluss­fol­gert der Autor der Umfra­ge, dass noch erheb­li­cher Auf­klä­rungs­be­darf über den Zusam­men­hang zwi­schen nicht moto­ri­schen Beschwer­den und Mor­bus Par­kin­son besteht. Ent­spre­chend rät er sei­nen Kol­le­gen in den Pra­xen, dezi­diert nach gastro­in­tes­ti­na­len Beschwer­den zu fra­gen.
Dies sei inso­fern von Bedeu­tung, als die Beschwer­den nicht nur die Lebens­qua­li­tät der Betrof­fe­nen beein­träch­ti­gen. Eine auf­grund von Par­kin­son ver­än­der­te Mus­kel­tä­tig­keit von Magen und Darm (Peris­tal­tik) kann auch die Wir­kung über den Mund ver­ab­reich­ter Medi­ka­men­te beein­flus­sen. Je nach Aus­prä­gung der Beschwer­den müs­sen des­halb der Ein­nah­me­zeit­punkt von Tablet­ten ange­passt bezie­hungs­wei­se die Ver­ab­rei­chungs­form der Wirk­stof­fe geän­dert wer­den, bei­spiels­wei­se über die Anwen­dung von Pum­pen oder Pflas­tern statt in Form von Tablet­ten.
Doch auch Betrof­fe­ne selbst kön­nen etwas tun: So hilft bei par­kin­son­be­ding­ter Ver­stop­fung bei­spiels­wei­se, sich bal­last­stoff­reich zu ernäh­ren, aus­rei­chend zu trin­ken und sich viel zu bewe­gen. Und natür­lich: Mög­li­che Beschwer­den ver­trau­ens­voll mit dem Arzt zu bespre­chen.