Da stirbst du nicht dran

Stun­den­lang im Gar­ten zu sit­zen und die Wol­ken am Him­mel zu beob­ach­ten, dafür hat­te der nie­der­län­di­sche Jour­na­list Henk Blan­ken vor sei­ner Par­kin­son-Dia­gno­se kei­ne Zeit. Er arbei­te­te für die füh­ren­den Zei­tun­gen der Nie­der­lan­de, wur­de für sei­ne Arti­kel mit Prei­sen aus­ge­zeich­net. Jetzt, mit Anfang 50, stol­pert er, zit­tert, hat sei­ne Bewe­gun­gen nicht mehr unter Kon­trol­le und wird ver­gess­lich.

Das zwingt ihn zur Lang­sam­keit. Und den­noch ist er über­zeugt: „Par­kin­son gibt mir mehr, als es mir nimmt.“ Nun hat er sei­ne Geschich­te auf­ge­schrie­ben– ein packen­des Pro­to­koll der eige­nen Erkran­kung, das sich liest wie ein Roman und zugleich tief­grei­fen­de Fra­gen zu Leben und Tod, Gedächt­nis und Erin­ne­rung auf­wirft. Es geht dabei um das Anneh­men des kör­per­li­chen und geis­ti­gen Ver­falls, aber auch um die Fra­ge, wie lan­ge ein Leben lebens­wert ist. Blan­kens Kunst­griff liegt dar­in, die­sen Fra­gen vol­ler Humor und Wär­me nach­zu­spü­ren.

Henk Blan­ken
Da stirbst du nicht dran –
Was Par­kin­son mir gibt
Pat­mos Ver­lag 2017
240 Sei­ten, 20 Euro
ISBN: 978–3-8436–0850-3