parkinson aktuell Ausgabe 32 | Januar 2018

Vollbremsung in der Rushhour des Lebens – Wenn junge Menschen an Parkinson erkranken

  • Hilft Cannabis gegen Tremor, Rigor und Co.?
  • Freezing: Fahrradfahren hält Neuronen im Takt
  • Da stirbst du nicht dran: Ein ganz persönliches Krankheits-Protokoll

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

zeigen 30-Jährige einen schwankenden Gang oder ein Zittern der Hände, werden sie schnell als betrunken abgestempelt. Dass auch junge Menschen an Morbus Parkinson erkranken können, ist hingegen weitgehend unbekannt. Und doch erhalten rund zehn Prozent der Parkinson-Patienten ihre Diagnose im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, in der sogenannten Rushhour des Lebens. Entsprechend sind die Vorurteile ihrer Mitmenschen nur eine der Herausforderungen, denen sich die Betroffenen stellen müssen. Denn sie stehen mitten im Leben, planen Karriere, Familie und ihre finanzielle Zukunft. Aus dieser Situation erwachsen ganz andere Herausforderungen, als sie Patienten jenseits der 60 meistern müssen, wie Sie im Schwerpunktbeitrag dieser Ausgabe von „Parkinson aktuell“ lesen können. Einen ganz persönlichen Einblick in seine Erfahrungen mit der Erkrankung gibt der niederländische Journalist Henk Blanken in unserem Buchtipp. In „Da stirbst dunicht dran“ setzt sich der 50-Jährige nachdenklich und humorvoll zugleich mit tiefgreifenden Fragen seines Lebens auseinander. Ein typisches Symptom der Parkinson-Erkrankung, das junge und ältere Patienten gleichermaßen treffen kann, ist das sogenannte „Freezing“, das Einfrieren von Bewegungen. Wissenschaftler haben nun festgestellt, dass Störsignale im Gehirn Nervenzellen aus dem Takt bringen und hoffen, aus dieser Erkenntnis künftige Therapien gegen Freezing ableiten zu können. Es tut sich also einiges in Medizin und Forschung.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Ihr „Parkinson aktuell“-Team