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Schlaflose Nächte müssen nicht sein

Aus­rei­chen­der und unge­stör­ter Schlaf ist für unser kör­per­li­ches und see­li­sches Wohl­be­fin­den unab­ding­bar. Das spü­ren wir spä­tes­tens dann, wenn wir meh­re­re Näch­te hin­ter­ein­an­der zu wenig oder schlecht geschla­fen haben. Für vie­le Par­kin­son Pati­en­ten gehö­ren Schlaf­stö­run­gen aller­dings zum All­tag. So zei­gen aktu­el­le Unter­su­chun­gen, dass bereits im Früh­sta­di­um der Erkran­kung bis zu 70 Pro­zent, im fort­ge­schrit­te­nen Sta­di­um bis zu 90 Pro­zent der Betrof­fe­nen unter Schlaf­stö­run­gen lei­den.

Zu den häu­figs­ten Schlaf­stö­run­gen gehört, dass Par­kin­son-Pati­en­ten nachts immer wie­der unfrei­wil­lig auf­wa­chen, wodurch die nor­ma­le Schlaf archi­tek­tur gestört wird. Die Ursa­chen hier­für sind viel­fäl­tig und umfas­sen das nächt­li­che Auf­tre­ten von moto­ri­schen Par­kin­son-Sym­pto­men eben­so wie Beschwer­den durch unru­hi­ge Bei­ne (Rest­less Legs-Syn­drom, RLS), Atem­aus­set­zer wäh­rend des Schla­fes oder nächt­li­chen Harn­drang.
Die Fol­gen der dau­er­haft gestör­ten Nacht­ru­he sind eine hohe Stress­be­las­tung, eine schlech­te­re Beweg­lich­keit und eine deut­lich ein­ge­schränk­te Lebens­qua­li­tät bei den Pati­en­ten sowie ihren Par­tern oder Ange­hö­ri­gen. Zudem zeigt eine aktu­el­le Stu­die einen engen Zusam­men­hang zwi­schen schlech­tem Schlaf und dem Auf­tre­ten von psy­chi­schen Erkran­kun­gen wie Angst­stö­run­gen und Depres­sio­nen, die die Lebens­qua­li­tät der Betrof­fe nen zusätz­lich beein­träch­ti­gen kön­nen (sie­he S. 4). Umso wich­ti­ger ist es, Schlaf­stö­run­gen nicht als unaus­weich­lich hin­zu­neh­men, son­dern im Gespräch mit dem Arzt zu the­ma­ti­sie­ren. Denn obwohl es kei­ne spe­zi­el­le Behand­lung gegen häu­fi­ge Schlaf­un­ter­bre­chun­gen gibt, ist es den noch mög­lich, die Schlaf­qua­li­tät der Betrof­fe­nen posi­tiv zu beein­flus­sen.
Neben einer guten Schlaf­hy­gie­ne wie dem Ver­zicht auf einen Fern­se­her im Schlaf­zim­mer oder auf Alko­hol vor dem Zubett­ge­hen kön­nen vor allem lang wirk­sa­me Medi­ka­men­te bezie­hungs­wei­se eine kon­ti­nu­ier­li­che Gabe dopa­miner­ger Medi­ka­men­te nächt­li­che moto­ri­sche Par­kin­son Sym­pto­me deut­lich redu­zie­ren. Hier­für ste­hen neben retar­dier­ten Dopa­mi­na­go­nis­ten auch die Apo­mor­phin-Pum­pe oder Wirk­stoff­pflas­ter zur Ver­fü­gung.
Den Effekt einer sol­chen Behand­lungs­stra­te­gie auf ver­schie­de­ne Fak­to­ren, die den Nacht­schlaf stö­ren kön­nen, haben jüngst spa­ni­sche Wis­sen­schaft­ler unter­sucht. In einer Stu­die mit 62 Pati­en­ten, die alle über unfrei­wil­li­ges nächt­li­ches Auf­wa­chen berich­te­ten, hat­ten sich nach drei­mo­na­ti­ger Anwen­dung eines Wirk­stoff­pflas­ters nicht nur die nächt­li­chen moto­ri­schen Par­kin­son-Sym­pto­me deut­lich gebes­sert, son­dern auch Beschwer­den durch unru­hi­ge Bei­ne (RLS) und der nächt­li­che Harn­drang. In der Fol­ge berich­te­ten die Stu­di­en­teil­neh­mer über eine bes­se­re Schlaf­qua­li­tät.